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Hallo,
dankeschön, für die vielen lieben Worte zu meiner Weste. Das Buch dazu hatte ich hier bereits vorgestellt. Ich bin auch total begeistert und habe ein paar hübsche Knöpfe dafür gefunden. Was meint Ihr?
Gar nicht so einfach, denn inzwischen haben wir eine ganz schön große Knopfauswahl und wer bekanntlich die Wahl hat... Doch das gefällt mir richtig gut und passt super zum Stil der Weste.
Hier wie versprochen noch ein paar Tragefotos:
Die Weste ist nach dem Baden noch ein Stückchen "gewachsen", was auch gut so war, denn es wäre sonst ein wenig eng geworden. Das kam für mich natürlich nicht so überraschend, denn aufgrund des Musters, habe ich mir das gedacht. Und ja, ich habe natürlich auch eine Maschenprobe vor Beginn gemacht.
Die Maschenprobe soll auch heute mein Thema sein. Wie schon das letzte Mal angekündigt, möchte ich in diesem Jahr auch auf ein paar Strickthemen aufmerksam machen. Ich werde sie mit der Überschrift "Strickpraxis" versehen, dann könnt Ihr sie mit der Suchleiste leichter wiederfinden. Ich hoffe, meine kleinen Themen und Tipps helfen Euch in Eurem Strickalltag ein wenig weiter. Gern gehe ich auch auf gewünschte Themen ein. Wenn Ihr also einen Wunsch habt, dann schreibt mir gern.
Die Maschenprobe!
Hand auf´s Herz, wer macht sie?
Bei uns im Laden eigentlich täglich ein Thema. Ich empfehle sie grundsätzlich, wenn man mit einer neuen noch unbekannten Wolle strickt, oder selbst, wenn ich die Wolle schon mal verstrickt habe, ich aber ein anderes Muster stricken will, empfiehlt es sich, diese Maschenprobe zu wiederholen. Natürlich dann im Muster!
Bei uns im Laden eigentlich täglich ein Thema. Ich empfehle sie grundsätzlich, wenn man mit einer neuen noch unbekannten Wolle strickt, oder selbst, wenn ich die Wolle schon mal verstrickt habe, ich aber ein anderes Muster stricken will, empfiehlt es sich, diese Maschenprobe zu wiederholen. Natürlich dann im Muster!
Wie macht man eine Maschenprobe? Wieviele Maschen nehmen wir auf?
Es gibt meist auf der Banderole der Wolle eine ungefähre Angabe und eine empfohlene Nadelstärke. In meinem Beispiel habe ich ja mit der "InEinklang" von Atelier Zitron gestrickt. Hier sollte ich eine Maschenprobe von 24 Maschen und 30 Reihen haben, bei einer Nadelstärke von 4 - 4,5.
Ich bin ein eher lockerer Stricker, daher habe ich gleich zu einer 4er Nadel gegriffen (und weil ich die schöne Mystiks von Addi neulich zum Testen zugeschickt bekommen habe). Strickt sich wirklich gut. Und natürlich habe ich die Maschenprobe im Muster gestrickt. Meine Maschenprobe ergab 21 Maschen! Ihr seht, das sind drei Maschen weniger als auf der Banderole. Hätte ich mich darauf verlassen, wäre mein Strickstück um einiges größer ausgefallen und es hätte definitiv nicht so gut gesessen.
Wäre ich ein eher fester Stricker, dann hätte ich wahrscheinlich mehr Maschen auf 10cm, oder wenn das Muster mehr zusammenziehen würde, durchaus möglich bei einem Rippenmuster zum Beispiel. Also, wieviele Maschen sollte man aufnehmen? Immer so 25 % mehr als auf der Banderole steht. Bei 24 Maschen also 30 Maschen. Warum? Die Randmaschen verhalten sich anders. Sie können sich zum Beispiel einrollen. Wenn Du dann Deine Maschenprobe in Form ziehen oder spannen musst, könntest Du sie schon wieder verändern.
Und ganz wichtig: Nur eine gebadete Maschenprobe ist eine richtige Maschenprobe. Ich höre sehr oft: Klar habe ich eine Maschenprobe gemacht, aber die habe ich dann nach dem Messen gleicht wieder geribbelt und neu angeschlagen. Falsch! Klar könnt Ihr so testen, welche Nadelstärke vielleicht am besten passt, aber ob das Strickstück nachher passt, bleibt abzuwarten.
Also, strickt Eure Maschenprobe ca. 10cm hoch und kettet sie locker ab. Wenn Ihr wissen wollt, ob sie sich nach dem Bad verändert hat, könnt Ihr sie schon mal messen. Notiert Euch das Ergebnis.
Anschließend badet Ihr sie in kaltem Wasser. Nehmt eine Schüssel oder einen Topf und legt die Strickprobe für mindestens eine halbe Stunde da hinein. Die Maschenprobe soll sich mit Wasser vollsaugen und entspannen. Dann nehmt Ihr sie heraus, drückt sie in einem Handtuch aus, zieht sie etwas in Form, nicht spannen, und lasst sie liegend trocknen. Nun messt Ihr die Maschenprobe (nochmal). Ihr könnt dafür ein Maßband, ein Lineal oder, ich liebe diesen Maschenprobenelefanten von KnitPro. Den lege ich einfach wie auf dem Bild auf meine Maschenprobe und dann zähle ich die Maschen dazwischen.
Anschließend badet Ihr sie in kaltem Wasser. Nehmt eine Schüssel oder einen Topf und legt die Strickprobe für mindestens eine halbe Stunde da hinein. Die Maschenprobe soll sich mit Wasser vollsaugen und entspannen. Dann nehmt Ihr sie heraus, drückt sie in einem Handtuch aus, zieht sie etwas in Form, nicht spannen, und lasst sie liegend trocknen. Nun messt Ihr die Maschenprobe (nochmal). Ihr könnt dafür ein Maßband, ein Lineal oder, ich liebe diesen Maschenprobenelefanten von KnitPro. Den lege ich einfach wie auf dem Bild auf meine Maschenprobe und dann zähle ich die Maschen dazwischen.
Dieser kleine Strickhelfer misst übrigens nicht nur Maschenproben, sondern hat auch eine Klinge unterm Rüssel zum Fadenabschneiden, wenn ich keine Schere zur Hand habe, und man kann mit ihm prima nicht nur Stricknadeln sondern auch Häkelnadeln messen. Ich finde, er sollte in keinem Strickkörbchen fehlen.
Was habe ich denn jetzt von meiner Maschenprobe? Muss ich unbedingt versuchen auf die Maschenprobe in der Anleitung zu kommen? Was ist, wenn die Maschen stimmen, aber die Reihen nicht?
Natürlich ist es einfacher, wenn ich mit der gleichen Wolle stricke, die in der Anleitung angegeben ist, aber im Grunde habt keine Angst eine andere Wolle zu wählen. Es gibt oft genug den Fall, wo die Maschenprobe so stark abweicht, wie bei mir gerade. Sicher kann ich eine andere Nadelstärke probieren, wenn ich aber auf eine viel zu große Nadel wechseln muss, dass mein Maschenbild nicht mehr gut aussieht, dann wird mir das ganze Strickstück womöglich keine Freude bereiten. Muss ich immer kleiner werden mit der Nadel, so dass mein Gestrick bretthart wird, wird es mir wahrscheinlich auch nicht gefallen. Und außerdem komme ich dann wahrscheinlich nicht mit der angegebenen Menge aus.
Stimmt die Maschenanzahl, aber die Reihenanzahl nicht, könnte es auch daran liegen, da bei dem fertigen Strickstück nachher noch die Schwerkraft mithilft. Bestimmte Muster (Querrippen und kraus rechts zum Beispiel) werden bei einem größeren Strickstück noch ein ganzes Stück wachsen. (Vielleicht kennt hier jemand von Euch meinen roten Mantel hier. Er geht mir inzwischen bis über Knie ;-) aber ich liebe ihn noch wie am ersten Tag!).
Um zu prüfen, obe das Muster in der Länge nachgibt, könnte ich meine Maschenprobe auch hängend mit etwas Gewicht (z.B. Wäscheklammern) trocknen lassen. Bedenkt aber, wenn es beim Trocknen dann länger wird, die Reihenzahl sich erhöht, wird sich die Maschenzahl sehr wahrscheinlich verringern, da die Maschen in die Länge gezogen ja verschlanken, ergo passen mehr in 10cm hinein.
Probiert es einfach aus, umso mehr Maschenproben Ihr in Eurem Strickleben macht, umso ein besseres Gefühl bekommt Ihr dafür. Und ja, es ist irgendwie lästig, aber es steigert auf die Vorfreude auf das kommende Strickstück und sicher habt Ihr für die kurze Zeit, die Ihr auf das Trocknen Eurer Strickprobe wartet, moch das ein oder andere Ufo in Eurem Strickkörbchen zum Weiterstricken liegen.
Ach ja, oft hat auch die gewählte Nadel Einfluss auf Eure Maschenprobe. Es gibt so viele verschiedene Nadeln und Materialien, so dass es sich lohnt, auch hier etwas anderes zu testen, wenn Ihr mit Eurer Maschenprobe noch nicht ganz zufrieden seid.
Wenn Ihr jetzt also die Wolle trotz abweichender Maschenprobe verwenden wollt, dann könnt Ihr ganz einfach mittels des Dreisatzes umrechnen: Eure Maschenprobe durch die angegebene Maschenprobe , ergibt den Faktor mit dem Ihr alle Maschenangaben multiplizieren müsst. In meinem Beispiel oben 21M / 24M = 0,875. Das gilt für alle Angaben wie zugenommene Maschen odet erreichte Maschen bei Zwischenschritten.
Übrigens darf die Strickprobe gern bei Bedarf am Ende noch mit verwendet werden. Solltet Ihr also die Wolle aus Eurer Strickprobe am Schluss noch brauchen, dann ribbelt sie auf und benutzt sie noch, bevor Ihr für drei Reihen noch ein neues Knäuel anfangen müsst.
Ich hoffe, meine Ausführungen zur Maschenprobe konnten ein wenig Klarheit in das Thema bringen. Wenn Du noch Fragen zu dem Thema hast, dann schreibe mir gern oder sprich mich im Laden an. Wie helfen Dir gern durch Dein komplettes Strickprojekt, angefangen bei der Auswahl der Wolle über die Maschenprobe bis zum Vernähen Deiner Fäden.
Bis bald
Eure ArianeB
Der Beitrag "Strickpraxis: Die Maschenprobe" erschien zuerst auf https://arianeb-handmade.blogspot.com








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